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KI in der Luftfahrt: Welche Nachweise brauchen Sie?

Zwei Fachleute betrachten ein leuchtendes geometrisches Modell im Hangar neben einem Geschäftsreiseflugzeug

Fragen Sie vor einem Test künstlicher Intelligenz (KI) in der Luftfahrt, welche Aufgabe das Werkzeug erfüllen soll, unter welchen Bedingungen es geprüft wurde und wie Ihr Team einen Vorschlag hinterfragen oder stoppen kann. Eine gelungene Vorführung spricht für einen gut vorbereiteten Test; sie belegt noch keine Eignung für den betrieblichen Einsatz.

Oft beginnt das Gespräch mit einem greifbaren Versprechen: Informationen schneller finden, eine Abweichung erkennen oder eine Analyse vorbereiten. Für das Team vor dem Bildschirm kommt es darauf an, dieses Interesse in Fragen zu übersetzen, die der Anbieter tatsächlich beantworten kann.

Der Ausgangspunkt der EASA

Das veröffentlichte Programm der EASA AI Days am 9. und 10. September 2026 in Köln behandelte unter anderem die Prüfung der Zuverlässigkeit künstlicher Intelligenz (KI) und die Bedingungen ihrer Nutzung durch Menschen. Diese Fragen helfen weiterhin, einen Versuch mit Ihrem Team vorzubereiten.

Das EASA-Diskussionspapier, Proposed Issue 3, wurde am 3. Juni 2026 als Vorschlag veröffentlicht. Es ist keine allgemeine Genehmigung zur Nutzung eines Werkzeugs. Der Artikel nutzt diesen Diskussionsrahmen, ohne der Konferenz Ergebnisse zuzuschreiben.

Das folgende Arbeitsblatt ist unser Vorschlag zur Vorbereitung eines Anbietergesprächs. Es ersetzt weder die Untersuchung des konkreten Systems noch die dafür geltenden Anforderungen.

Eine Vorführung, die Interesse weckt

Ein fiktives Beispiel: Nora koordiniert die Erprobung digitaler Werkzeuge bei einem Luftfahrzeugbetreiber. Ein Anbieter zeigt einen Assistenten, der Instandhaltungsinformationen zusammenführt und mögliche Ansatzpunkte zur Prüfung vorschlägt. Die Vorführung läuft flüssig, die Antworten sind verständlich und ihre Kollegen erkennen sofort einen möglichen Nutzen.

Dann fragt ein Techniker: Was passiert, wenn ein Dokument fehlt? Der Anbieter erklärt, die Kontrolle bleibe beim Nutzer. Nora verwirft das Projekt nicht. Für die Planung eines Tests reicht ihr diese Antwort aber noch nicht.

Sie möchte wissen, was ihr Kollege sieht, was er prüfen kann und wie er weiterarbeitet, wenn ein Vorschlag plausibel klingt, aber unzureichend belegt ist. Hier beginnt eine hilfreiche Bewertung.

Eine Aufgabe beschreiben, kein allgemeines Versprechen

Bevor Sie über Genauigkeit oder Zeitgewinn sprechen, beschreiben Sie die vorgesehene Aufgabe. „Die Instandhaltung unterstützen“ ist für einen Test zu allgemein. „Verfügbare Informationen zusammenführen, bevor ein Techniker einen Vorgang prüft“ bietet bereits einen klareren Ausgangspunkt.

Im fiktiven Fall legt Nora fest, dass der Assistent mögliche Ansatzpunkte vorbereitet. Der Test überträgt ihm keine betriebliche Entscheidung und verändert keine bestehenden Verantwortlichkeiten. So lässt sich das Produkt prüfen, ohne eine gezeigte Funktion für jeden Einsatzzweck als geeignet anzusehen.

Bitten Sie den Anbieter, dieselbe Aufgabe mit eigenen Worten zu beschreiben. Versteht er darunter etwas anderes, lässt sich die Abweichung jetzt leichter klären als nach dem Austausch von Dokumenten oder der Einsatzplanung des Teams.

Nach der Grundlage der Ergebnisse fragen

Eine Vorführung beantwortet selten alle Fragen späterer Nutzer. Welche Dokumente waren vorhanden? Welche Situationen fehlten? Kannten die Personen, die die Antworten bewerteten, die Vorgänge bereits?

Sie brauchen nicht unbedingt vertrauliche Daten eines anderen Kunden. Sie brauchen eine ausreichend genaue Beschreibung, um die Bewertung mit Ihrem geplanten Einsatz zu vergleichen. Eine beeindruckende Gesamtzahl hilft wenig, wenn einfache Fälle und wichtige Fehler zusammengefasst werden.

Nora bittet um erläuterte Fehlerbeispiele und fragt, wie die Fehler entdeckt wurden. Sie sucht kein Werkzeug, das angeblich immer richtigliegt. Sie sucht einen Anbieter, der zeigen kann, wann Vorschläge weniger zuverlässig werden und was Nutzer dann erkennen können.

Unser Artikel zur KI-Suche bei Korean Air behandelt den Zusammenhang zwischen einer Antwort und den gefundenen Unterlagen. Hier geht es um die vorgelagerte Entscheidung: Liegen genügend Nachweise vor, um einen Test dieses Werkzeugs zu beginnen?

Die Aufsicht mit der zuständigen Person erproben

„Menschliche Prüfung“ wird greifbar, wenn sich der Ablauf am Bildschirm zeigen lässt. Sieht die Person die nötigen Informationen? Kann sie das betreffende Dokument öffnen? Versteht sie, was unklar bleibt? Kann sie ohne Übernahme des Vorschlags weiterarbeiten?

Nora lässt im Beispiel einen Techniker einen unvollständigen fiktiven Vorgang bearbeiten. Er soll erklären, was er als Nächstes tun würde. Muss er erraten, warum der Assistent einen Ansatz vorgeschlagen hat, löst ein zusätzliches Kästchen „geprüft“ das Problem nicht.

Dabei wird auch der Arbeitsaufwand sichtbar. Muss jede Antwort durch eine neue Recherche überprüft werden, verschiebt das Werkzeug möglicherweise nur die Arbeit. Bei einer Vorführung durch den Entwickler fällt das nicht immer auf.

Abbruch und Änderungen vor dem Test klären

Ein überzeugender Test braucht klare Abbruchbedingungen. Vereinbaren Sie, wann er pausiert: etwa bei einem Vorschlag außerhalb des vorgesehenen Umfangs, einer nicht erreichbaren wesentlichen Quelle oder einem Verhalten, das das Team nicht erklären kann.

Legen Sie auch fest, wie die Arbeit während dieser Pause weitergeht. Noras Team kehrt im Beispiel zur bisherigen Methode zurück. Dafür sollte es den Anbieter nicht erst erreichen müssen.

Fragen Sie schließlich, wie Änderungen angekündigt werden. Eine neue Werkzeugversion, ein anderes Modell oder eine veränderte Dokumentensammlung können Anlass geben, ausgewählte Fälle erneut zu prüfen. Vereinbaren Sie, was aufbewahrt wird, damit sich das ursprüngliche Testergebnis später noch nachvollziehen lässt.

Ein Arbeitsblatt für ein konkretes Gespräch

Passen Sie diese Vorbereitungshilfe gemeinsam mit den Personen an, die den Test durchführen. Sie ist ein redaktioneller Vorschlag, keine Liste von EASA-Anforderungen.

  • Die Aufgabe: Was bereitet das Werkzeug vor, und was entscheidet es nicht?
  • Die Situationen: Welche Dokumente und Schwierigkeiten bilden den geplanten Einsatz ab? Welche Fälle wurden noch nicht bewertet?
  • Die Ergebnisse: Welche Nachweise liegen vor, und welche Fragen bleiben offen?
  • Die Person: Wer prüft den Vorschlag, und was braucht diese Person, um ihn zu hinterfragen?
  • Der Abbruch: Welches Signal unterbricht den Test, und welche Arbeitsmethode wird wieder aufgenommen?
  • Der nächste Schritt: Was wird nach Änderungen erneut geprüft, und wer entscheidet über die Fortsetzung?

In Noras fiktivem Vorgang bleibt eine Zeile offen: Der Anbieter hat das Verhalten bei fehlenden Dokumenten noch nicht gezeigt. Das Team macht diesen Nachweis zur Voraussetzung für den Test. Es wertet weder die fehlende Antwort als Gefahrenbeweis noch ein Verkaufsversprechen als Bestätigung der Eignung.

Mit einer verständlichen Entscheidung aus dem Gespräch gehen

Am Ende muss nicht sofort ein Kauf oder eine Absage stehen. Ein begrenzter Test kann sinnvoll sein, wenn Ziel, Grenzen und Verantwortung klar sind.

Das hilfreiche Ergebnis lässt sich auch Kollegen erklären, die nicht dabei waren: Wir fahren mit dieser Aufgabe und diesen Personen fort, sobald dieser Nachweis vorliegt. Oder wir warten, weil eine bestimmte Frage noch unbeantwortet ist.

So werden Gespräche über KI in der Luftfahrt konkret: mit einem klaren Einsatzzweck beginnen und mit prüfbaren Nachweisen weiterarbeiten, statt allein dem Eindruck einer gelungenen Vorführung zu folgen.

Häufige Fragen

Was sollten Sie vor einem KI-Test in der Luftfahrt fragen?

Fragen Sie nach der vorgesehenen Aufgabe, den geprüften Situationen, beobachteten Fehlern und bekannten Grenzen. Klären Sie außerdem, wer Vorschläge prüft, wann der Test endet und was nach einer Änderung erneut geprüft wird.

Schaffen die EASA AI Days eine neue Verpflichtung?

Eine Konferenz begründet keine regulatorische Verpflichtung. Dieser Artikel bereitet Fragen vor. Er berichtet weder über Ergebnisse der Veranstaltung noch über eine neue Genehmigung zur Nutzung von KI.

Reicht eine gute Vorführung für den Kauf eines Werkzeugs?

Sie hilft, das Angebot zu verstehen. Sie belegt nicht die Eignung für Ihre Dokumente, Ihre Nutzer und schwierige Situationen. Vereinbaren Sie einen Test mit klaren Grenzen und vorab festgelegten Kriterien.

Warum muss die Rolle der prüfenden Person klar sein?

Es genügt nicht, einer Person die Verantwortung zuzuweisen. Sie muss die nötigen Informationen sehen, Unsicherheit erkennen und ohne Übernahme des Vorschlags weiterarbeiten können.

Ist das vorgeschlagene Arbeitsblatt ein Zertifizierungsverfahren?

Nein. Es ist eine redaktionelle Hilfe für ein Anbietergespräch und einen begrenzten Test. Welche Anforderungen gelten, hängt vom System, seiner Nutzung und dem jeweiligen Rahmen ab.

PB

Pierre Beunardeau

Gründer von Kepler Aviation

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