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Lycoming: FAA-AD 2026-17-10 prüfen

Welche Motoren zu prüfen sind, warum das Zertifikat eines Kolbenbolzens zählt und was vor dem 14. September 2026 vorzubereiten ist.

Kolbenflugmotor eines Leichtflugzeugs in der Wartung im Hangar, technische Dokumente im Vordergrund

Besitzt Ihr Flugzeug einen Lycoming-Motor O-235, O-540 oder IO-540, lassen Sie Ihre Werkstatt prüfen, ob er unter FAA-AD 2026-17-10 fällt. Eine AD ist eine Lufttüchtigkeitsanweisung: Sie schreibt Sicherheitsmaßnahmen für die erfassten Produkte vor. Hier können bestimmte Kolbenbolzen brechen und einen Motorausfall verursachen. Das genaue Modell, die Seriennummer und die Bolzenunterlagen bestimmen das weitere Vorgehen.

Am 12. September 2026 ist diese AD noch nicht wirksam: Sie gilt ab dem 14. September. Stellen Sie die Unterlagen und TIS-Stunden seit Einbau der betroffenen Bolzen jetzt zusammen. Die Fristen dieser AD laufen nicht bereits seit ihrer Veröffentlichung; andere bereits geltende Instandhaltungsanforderungen für Ihr Flugzeug bleiben zu beachten.

Welche Unterlagen die Betroffenheit klären

Der am 28. August 2026 veröffentlichte FAA-Text, auch als PDF bei der EASA verfügbar, definiert den Anwendungsbereich in Absatz (c). Prüfen Sie gemeinsam:

  1. Das genaue Motormodell, unter den in der AD aufgezählten Varianten von O-235, O-540 und IO-540.
  2. Die Seriennummer, in Tabelle 2 oder 3 des Lycoming-Service-Bulletins 667A vom 12. März 2026.
  3. Einen eingebauten Kolbenbolzen mit Teilenummer LW-13445 und dessen FAA Form 8130-3 des ursprünglichen Herstellers für die Produktion, datiert vom 7. Januar 2021 bis zum 15. Dezember 2025.

Ein Kolbenbolzen verbindet im Motor den Kolben mit der Pleuelstange. LW-13445 ist seine Teilenummer. Form 8130-3 ist ein Luftfahrt-Zertifizierungsdokument; die AD verlangt hier den Produktionsnachweis des ursprünglichen Herstellers. Rechnungsdatum, Einbaudatum oder eine spätere Instandhaltungsfreigabe ersetzen dieses Produktionsdatum nicht.

Innerhalb dieses Anwendungsbereichs gilt die AD auch dann, wenn das Produktionsdatum nicht bestimmbar oder das Formular nicht verfügbar ist. Das ist weder eine Betrugsvermutung noch eine Vorschrift für jeden Lycoming-Motor mit einer fehlenden Unterlage. Ein ungeklärtes Modell, eine ungeklärte Seriennummer oder ein nicht identifiziertes Teil müssen weiter geprüft werden; sie rechtfertigen keinen Ausschluss aus dem Anwendungsbereich.

Zwei Fragen: Wann prüfen, wann austauschen?

TIS, kurz für time in service, bezeichnet bei Instandhaltungszeitnachweisen die Zeit vom Abheben bis zum Bodenkontakt bei der nächsten Landung. Dies legt die FAA-Definition in 14 CFR 1.1 fest. Gemeint ist somit nicht die gesamte Motorlaufzeit am Boden. Mehrere Grenzwerte beziehen sich hier auf die TIS-Stunden seit Einbau der betroffenen Bolzen und nicht einfach auf die Gesamtstunden des Flugzeugs.

Absatz (h)(1) verlangt einen Ölwechsel und eine Sichtprüfung von Ölfilter, Öldrucksieb und Ölansaugsieb auf Metallpartikel:

  • Motor aus Tabelle 3 mit mehr als 150 Stunden TIS seit Einbau der betroffenen Bolzen: ab Wirksamkeit vor dem nächsten Flug.
  • Andere betroffene Motoren: Falls in den letzten zehn Stunden TIS kein Ölwechsel durchgeführt wurde, innerhalb von fünf Stunden TIS nach Wirksamkeit.

Den Austausch regelt Absatz (h)(2) getrennt:

  • Partikel bei der Inspektion gefunden: betroffene Bolzen vor dem nächsten Flug austauschen.
  • Keine Partikel, Motor aus Tabelle 2: beim nächsten Ausbau eines Zylinders mit betroffenem Bolzen oder bei der nächsten Grundüberholung, je nachdem, was nach Wirksamkeit zuerst eintritt. Die von der AD zitierte Überholungsgrenze der Service Instruction 1009BE vom 24. April 2020 darf nicht überschritten werden.
  • Keine Partikel, Motor aus Tabelle 3 mit höchstens 150 Stunden TIS seit Bolzeneinbau: innerhalb von 25 Stunden TIS nach Wirksamkeit, jedoch ohne 150 Stunden seit Einbau zu überschreiten. Ein Motor bei bereits 150 Stunden erhält somit keine weiteren 25 Stunden.

Ausdrücklich mit der Werkstatt zu klären: Tabelle 3, mehr als 150 Stunden, keine Partikel. Die AD verlangt eindeutig die Inspektion vor dem Flug. Ihre Liste der Austauschfristen in (h)(2)(i) bis (iii) enthält für diesen Fall jedoch keinen eigenen Zweig. Bulletin 667A, Seite 2, sieht den Austausch innerhalb von fünf Betriebsstunden vor, falls das Verfahren nach Bulletin 480 keine Korrekturmaßnahme empfiehlt. Dieses Herstellerintervall darf nicht als von der AD gewährte Frist von 25 Stunden dargestellt werden. Lassen Sie die zuständige Organisation das anwendbare Vorgehen festlegen, erforderlichenfalls mit Klärung durch die Behörde, bevor Sie einen davon abhängigen Flug planen.

Lagerteile und Flugzeuge im EASA-System

Absatz (i) verbietet nach Wirksamkeit den Einbau eines betroffenen Bolzens in jeden Motor. Dieses Einbauverbot ist vom Anwendungsbereich bereits ausgerüsteter Motoren in Absatz (c) zu unterscheiden. Ein LW-13445-Bolzen ohne verfügbares Formular oder ohne bestimmbares Produktionsdatum fällt unter die Definition eines betroffenen Bolzens in Absatz (g)(2).

Absatz (g)(1) definiert die im Sinne dieser AD zum Einbau geeigneten Teile. Das bedeutet nicht, dass jeder Bolzen mit anderer Teilenummer in Ihren Motor passt: Kompatibilität und weitere Einbauanforderungen bleiben maßgeblich.

Der am 12. September 2026 geprüfte EASA-Eintrag US-2026-17-10 vermerkt die AD als im EASA-System übernommen, mit Wirkung zum 14. September 2026. Warten Sie daher für die Anwendbarkeitsprüfung nicht auf eine neue Anweisung mit europäischer Nummer. Der Eintrag nennt zum Prüfdatum keine Berichtigung und keine ersetzte Anweisung.

Was Sie heute vorbereiten können

Übermitteln Sie Ihrer Werkstatt oder CAMO, der Organisation zur Führung der Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit, die Motoridentität, Tabellenzuordnung, Teilenummern und Produktionsdokumente der Bolzen, Einbaudatum, angesammelte Stunden sowie den letzten Ölwechsel- und Inspektionsnachweis. Lassen Sie die Anwendbarkeitsentscheidung mit Begründung und zugeordneten Fristen dokumentieren.

Fehlt etwas, halten Sie fest, welches Dokument fehlt, wer es liefern soll und wann die Antwort erwartet wird. Bewahren Sie nach den Arbeiten Prüfergebnisse, Referenzen ausgetauschter Teile und Freigabedokumente auf. Digitale Unterlagen helfen beim Wiederfinden, führen aber weder die Inspektion durch noch treffen sie die technische Entscheidung.

Unser Beispiel zur Übergabe von Instandhaltungsunterlagen zeigt, wie offene Fragen beim Personalwechsel bis zur Klärung sichtbar bleiben.

Häufige Fragen

Erfasst ein fehlendes Formular jeden Lycoming-Motor?

Nein. Zuerst sind die Modelle und Seriennummern aus Absatz (c) sowie ein eingebauter Bolzen LW-13445 zu prüfen. Innerhalb dieses Anwendungsbereichs gilt die AD auch bei fehlendem Form 8130-3 oder nicht bestimmbarer Produktionsdatierung.

Gilt die AD im EASA-System?

Der EASA-Eintrag US-2026-17-10 nennt die Übernahme und den 14. September 2026 als Wirksamkeitsdatum. Prüfen Sie diesen Eintrag und die Anwendbarkeit auf Ihr Flugzeug mit der betreuenden Organisation.

Ist ein Flug zur Werkstatt automatisch erlaubt?

Nein. Absatz (k) ermöglicht Sonderfluggenehmigungen unter Bedingungen für den Austausch, wenn keine Metallpartikel vorliegen. Er erlaubt diese nicht zum Erreichen einer Inspektion und ist weder eine individuelle noch eine europäische Fluggenehmigung.

PB

Pierre Beunardeau

Gründer von Kepler Aviation

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